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Die politische Topographie Südwestnorwegens in der römischen Kaiserzeit und die kontinentalen Kontakte der Elite (Deutsch)

Norwegen, das fünftgrößte Land Europas, ist zum überwiegenden Teil durch Gebirge gekennzeichnet, denn mehr als die Hälfte des Territoriums weist eine Mindesthöhe von 500 m auf. Lediglich die küstennahen Gebiete und Teile der Fjorde sind für eine dauerhafte Besiedlung nutzbar (Abb. 1). Wegen der beschwerlichen Überlandverbindungen verliefen Verkehr und Kommunikation bis in jüngste Zeit entlang der Festlandsküste, die eine geschätzte Länge von 20.000 km aufweist (Christophersen 1991, S. 159f.). Die überragende Bedeutung der Wasserwege wird besonders nachdrücklich durch den Landesnamen belegt: Norwegen, das heißt der Nordweg, bezeichnet die Schiffahrtsroute vom südlichen zum nördlichen Landesteil (etwa 1600 Kilometer Luftlinie).

In Anbetracht der peripheren Lage Norwegens könnte die Vermutung geäußert werden, daß das Land nur geringe Außenkontakte in vorgeschichtlichen Epochen aufgewiesen habe. Unterschiedliche Quellenmaterialien lassen jedoch im Gegenteil rege norwegische Auslandsbeziehungen erkennen. Sie sind unmittelbar anhand einer großen Zahl von Fremdgütern abzuleiten, zum Beispiel Gold- und Bronzefunden der Bronzezeit, römischen Gütern der Kaiserzeit und anglo-irischen bzw. kontinentalen Arbeiten der Wikingerzeit (Ringstad 1986, S. 272-294; Lillehammer 1994). Weitreichende Verbindungen sind auch indirekt anhand von Wasserfahrzeugen rekonstruierbar: Schiffe der Bronzezeit können auf der Grundlage von Felszeichnungen rekonstruiert werden, und große Wasserfahrzeuge der Kaiser-, Merowinger- und Wikingerzeit sind insbesondere aus Grabfunden bekannt, darunter die berühmten Wikingerschiffe aus Gokstad und Oseberg (Christensen 1989; Grimm 1999, S. 34; Kaul 2003, S. 221f.).

Unterschiedliche norwegische Landesteile unterhielten in der römischen Kaiserzeit intensive zivile Kontakte mit dem europäischen Kontinent und waren im jüngeren Abschnitt der Epoche wahrscheinlich auch in innerskandinavische Konflikte verwickelt. Die folgende Darstellung, die dem südwestlichen Landesteil gilt, möchte zunächst in kurzer Form einige Fundgattungen besprechen, die Fernkontakte belegen, und wendet sich im Anschluß der Frage zu, welche Bevölkerungsgruppen diese Kontakte unterhielten.


ZIVILE KONTAKTE
Bronze- und Glasgefäße, die häufigsten römischen Fremdgüter aus Grabfunden, lassen ein differenziertes Verbreitungsbild in Norwegen erkennen (Lund Hansen 1987, Abb. 80-83; Karte 2-13). Am Ende der älteren römischen Kaiserzeit ist zunächst ein Verbreitungsschwerpunkt im östlichen Landesteil, im jüngeren Abschnitt dagegen zunehmend im Südwesten zu beobachten (Tab. 1). Die zahlreichen Bronze- und Glasgefäße im mittleren und nördlichen Jæren (nahe Stavanger), die zum überwiegenden Teil der Völkerwanderungszeit angehören, stammen aus einem naturräumlich sehr begünstigten, ertragreichen Gebiet, das auch in anderen vorgeschichtlichen Epochen für seine Funddichte, zahlreiche Fremdgüter und weitere bedeutende Gruppen archäologischer Monumente bekannt ist (Abb. 1; 4; Myhre 1980, S. 91-94; Myhre 1987, Abb. 1-7).

Wie in jüngerer Zeit argumentiert wurde, spielte auch die Bunt- und Edelmetallzufuhr aus dem Römischen Reich eine bedeutende Rolle (Ilkjær 1998, S. 47). Diese Zufuhr ist unter anderem anhand von Bewaffnungsteilen und Fingerringen in Norwegen zu rekonstruieren. Goldfunde, insbesondere Fingerringe als kennzeichnendes Merkmal der kaiserzeitlichen Oberschicht, waren am Ende der älteren römischen Kaiserzeit insbesondere im östlichen, gegen Ende des jüngeren Abschnitts der Epoche dagegen im westlichen Landesteil weit verbreitet (Tab. 2; Steuer 1982, S. 224; Andersson 1993).

Wie eine auf Norwegen bezogene Studie in jüngster Zeit argumentiert hat, sind zweischneidige Langschwerter als die bedeutendste Waffengattung aus dem Römischen Reich zu isolieren. Dies betrifft die Vertreter mit Stempeln und Inkrustationen sowie die übrigen Exemplare, die große typologische Ähnlichkeiten aufweisen (Carnap-Bornheim/Ilkjær 1999). Wird trotz mancher Zweifel in der Forschung, ob es sich dabei wirklich um Fremdgüter handelt, der pro-römischen Auffassung gefolgt, so gehören etwa 40 % der insgesamt 84 zweischneidigen Schwerter in Norwegen der Periode C1b an (Lund Hansen 1994, S. 193; Pauli Jensen et al. 2003, S. 322f.). Diese Beobachtung ist umso erstaunlicher, weil es sich dabei um einen Zeitraum von lediglich 40 Jahren handelt (Tab. 3). Derartige Waffen können massiert ab der älteren römischen Kaiserzeit im östlichen und erst in Periode C3 in einiger Zahl im südwestlichen Norwegen beobachtet werden. Das verspätete Auftreten im Südwesten ist darauf zurückzuführen, daß sich die generelle Verbreitung der Waffenbeigabesitte in diesem Landesteil erst im Laufe der Völkerwanderungszeit vollzog (Bemmann/Hahne 1994, Abb. 26-39). Die große Zahl der mutmaßlich römischen Schwerter in Periode C1b ist auf gezielten Handel mit Wurzeln in der älteren römischen Kaiserzeit unter Kontrolle der militärischen Elite in Norwegen zurückgeführt worden, ein nach Norwegen gerichteter Transfer infolge von Geschenkdiplomatie, Beutestücken, heimkehrenden Soldaten etc. wird dagegen ausgeschlossen (Carnap-Bornheim/Ilkjær 1999).

Die Beurteilung der Güterzufuhr nach Südwestnorwegen ist mit Unsicherheiten behaftet. Im Falle der Waffen ist zum Beispiel argumentiert worden, daß sie auch vor Periode C3 zahlreich in diesem Landesteil vertreten waren, jedoch wegen der vorherrschenden Beigabesitte nicht in den Gräbern nachzuweisen sind (Bemmann/Hahne 1994, S. 353f.). Der hohe Fundverlust infolge früher, unsachgemäßer Grabungen bis in das 19. Jahrhundert hinein stellt ein weiteres quellenkritisches Problem dar. Dies läßt sich beispielsweise anhand von Skåla/Kvinnherad an der Mündung des Hardangerfjords (Hordaland) belegen (Abb. 1): Vier von sieben Bronzegefäßen, die wahrscheinlich der Spätkaiser- und Völkerwanderungszeit angehörten, sind nach ihrer Bergung verloren gegangen (Ringstad 1986, Tab. 27).

Die vergleichende Analyse römischer Fremdgüter in Skandinavien kommt zu dem bemerkenswerten Ergebnis, daß Dänemark in Teilabschnitten der römischen Kaiserzeit eine „Filterfunktion“ gegenüber Norwegen einnahm, das heißt, die genannten Bronze- und Glasgefäße erreichten Norwegen nur verspätet und selektiv. Vielleicht wurden auch die Bunt- bzw. Edelmetalle und die römischen Waffen über Dänemark nach Norwegen verschifft. Ab der Stufe C3 sind jedoch wahrscheinlich direkte norwegisch-römische Kontakte vorauszusetzen (Lund Hansen 1987, S. 246f.).

Die herausragenden Befunde und Funde, die man im Rahmen der dänischen Ausgrabungen auf dem südöstlichen Fünen bei Gudme/Lundeborg beobachtete, sind als Beleg für ein maritimes Küstenzentrum gedeutet worden, dem man auch weitreichende Handelsaufgaben zuschreiben kann (Thomsen 1994; Thrane 1993; 1998). Den Funden nach zu urteilen entstand das Zentrum am Beginn der jüngeren römischen Kaiserzeit, der eigentliche Zenit ist jedoch der Spätkaiser- und Völkerwanderungszeit zuzuweisen
(Abb. 2).

Der ausgedehnte Hafen von Lundeborg, der sich über ein Areal von 900 x 75 m erstreckte und eine Kulturschicht mit einer Mächtigkeit von max. 0,80 m aufwies, bezeugt durch tausende Klinkernägel die Anwesenheit bzw. Reparatur vieler Schiffe. Das umfangreiche Hafenareal mit unterschiedlichen Handwerksbereichen läßt an die Abhaltung von Sommermärkten mit weitreichenden Verbindungen zum Kontinent und zur skandinavischen Halbinsel hin denken (Thomsen 1994).

Weiter im Landesinneren konnten beispielsweise die Häuptlingshalle von Gudme, ein mächtiger Pfostenbau von 47 x 10 m, sowie allein 85 Gräber der jüngeren Kaiserzeit mit römischen Fremdgütern festgestellt werden, die dem größten kaiserzeitlichen Gräberfeld Dänemarks (Møllegårdsmarken) mit 2200 Bestattungen entstammen (Lund Hansen 1987, S. 420-425; Sørensen 1994). Der Gesamtbefund auf dem südöstlichen Fünen muß unter anderem als Zeugnis für herrschaftlich gesteuerte Handelsaktivitäten interpretiert werden. Wird die oben genannte „Filterfunktion“ berücksichtigt, dann richtete sich der Warentransfer unter der Kontrolle einer Elite auf Fünen an eine norwegische Oberschicht.

Wie die Darstellung ergeben hat, unterhielt die südwestnorwegische Elite Kontakte zum Kontinent. Die Zufuhr von zivilen und wahrscheinlich auch militärischen Gütern setzte mit einem auffälligen Impuls bereits in der ausgehenden älteren römischen Kaiserzeit ein, doch erreichte erst gegen Ende des jüngeren Abschnitts der Epoche einen Höchststand (Tab. 1-3). Eine Frage bleibt unbeantwortet: Wie sah die politische Organisation der römischen Kaiserzeit im südwestlichen Norwegen aus?


MILITÄRISCHE KONFRONTATIONEN
Skandinavische Mooropfer stellen eine herausragende archäologische Fundgattung der Kaiser- und Völkerwanderungszeit dar, die mehreren Horizonten zuzuweisen ist. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Opferungen um die Ausrüstung angreifender, aber unterlegener Heere, doch auch andere Erklärungsversuche sind vorgetragen worden (zuletzt Ilkjær 2003; Lund Hansen 2003).

Der bekannte Fundplatz von Illerup Platz A, der dem Zeitraum um 200 n.Chr. angehört, stellt das Schlüsselmaterial zur Diskussion von Fragestellungen dar, die mit den Niederlegungen verbunden sind. Die Bearbeitung der unterschiedlichen Fundgattungen hat aufgezeigt, daß Gegenstände der persönlichen Ausrüstung zur Herkunftsbestimmung des Heeres genutzt werden können, nicht jedoch die Waffentypen der Epoche, da sie in Skandinavien weit verbreitet waren und keine regionalen Differenzierungen erkennen lassen (Ilkjær 1993, S. 376-385). Das Verbreitungsbild der in Illerup Platz A vorkommenden Schlagfeuerzeuge belegt die skandinavische Herkunft der Angreifer. Weil die Kämme zum überwiegenden Teil aus den Geweihen von Elchen hergestellt wurden, die in der Kaiserzeit nicht im heute dänischen Gebiet lebten, muß das angreifende Heer aus Norwegen bzw. Westschweden stammen. Wichtige Informationen erbrachte auch die Holzanalyse: Der Schaft einer Axt aus Stechpalme, die nur in nordatlantischem Milieu wächst, ist auf der skandinavischen Halbinsel dem südwestnorwegischen Küstengebiet zuzuweisen (Ilkjær 2001, S. 348).

Wie die Analyse der ausgegrabenen Funde ergeben hat, wurden in Illerup mindestens 300 eiserne und 40 bronzene Schildbuckel sowie 410 Speere und 366 Lanzen deponiert. Demnach sind im Moor Ausrüstungen von etwa 400 Kriegern geopfert worden (Ilkjær 1990, S. 336f.). Wird berücksichtigt, daß man nur 40% des Fundplatzes archäologisch untersucht hat, so ist mit einem ursprünglichen Gesamtheer von etwa 1000 bzw. 800-1200 Kriegern zu rechnen (Carnap-Bornheim 1997, S. 228; Ilkjær 2000, S. 144).
Das Studium der Waffen ermöglicht die Feststellung unterschiedlicher Rangstufen im angreifenden Heer. Die Dreiteilung, die zum Beispiel anhand der Eisen-, Bronze- und Edelmetallbeschläge der Schilde abzulesen ist, entspricht den Angaben von Tacitus aus dem späten 1. Jahrhundert nach Christus sowie jenen von Ammianus Marcellinus aus der Mitte des 4. Jahrhunderts zur Struktur germanischer bzw. alamannischer Heere (Carnap-Bornheim/Ilkjær 1996, S. 483-485). Im Fundmaterial von Illerup konnten allein fünf Gefolgschaftsführer nachgewiesen werden. Die herausragende Überlieferungssituation der Moorfunde wird dadurch verdeutlicht, daß nur ein zeitgenössisches Waffengrab aus Norwegen, die Bestattung der Periode C1b/C2 aus Avaldsnes (s.u.), ein ähnliches Niveau aufweist. Daraus folgt, daß die Gesellschaftsstruktur im Herkunftsland der Angreifer in nur unzureichendem Maße anhand der Grabfunde zu rekonstruieren ist.

Wie die Herkunftsbestimmung der Fundmaterialien aus Illerup Platz A ergeben hat, stammt die niedergelegte Heeresausrüstung von der skandinavischen Halbinsel, und im Heer, das aus maximal 1200 Mann bestand, fanden sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auch norwegische Truppenverbände (Abb. 3). Demnach muß es sich bei dem Angriff um ein Landungsunternehmen mit 30-40 Schiffen vom Nydam-Typ gehandelt haben (Carnap-Bornheim 1997, S. 228).

Die dänischen Mooropfer der Kaiser- und Völkerwanderungszeit, darunter Platz A von Illerup, haben auch alternative Interpretationen erfahren (Kaul 1997; Storgaard 2001). Diese Deutungen, die jedoch eine Beteiligung der skandinavischen Halbinsel an den Auseinandersetzungen einräumen müssen, können an dieser Stelle nicht eingehender analysiert werden. Einer Interpretation zufolge fanden die Schlachten nicht im dänischen Gebiet statt, sondern angreifende Heere aus diesem Raum haben nach einem Sieg in der Fremde Ausrüstungsteile des unterlegenen Heeres in ihre Heimat gebracht und dort geopfert (Jørgensen 2001, S. 12-17). Weil in Illerup Platz A 15.000 unverbrannte Objekte geborgen wurden und sich eine noch größere Zahl unverändert im Moor befindet, ist jedoch auch weiterhin von einem Heer auszugehen, das Jütland angriff. Wegen der sehr großen Fundzahl erscheint es wenig wahrscheinlich, daß all die geopferten Objekte aus der Fremde nach Jütland gebracht wurden (Ilkjær 2003, S. 60).

Die Darstellung zu den militärischen Konflikten hat ergeben, daß mit einiger Wahrscheinlichkeit norwegische Kontingente an innerskandinavischen Auseinandersetzungen bzw. an Angriffen auf Jütland um 200 n.Chr. beteiligt waren. Das angreifende Heer von der skandinavischen Halbinsel zeigt deutliche hierarchische Strukturen. Die bereits im Zusammenhang mit den zivilen Kontakten gestellte Frage lautet auch an dieser Stelle: Wie sah die politische Organisation der Kaiserzeit im südwestlichen Norwegen aus?


DIE POLITISCHE ORGANISATION SÜDWESTNORWEGENS IN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT
In einem Artikel aus dem Jahr 1987 hat B. Myhre den Versuch unternommen, Häuptlingsgräber und -territorien der südwestnorwegischen Völkerwanderungszeit zu ermitteln (Myhre 1987). Der Bearbeiter zog 60 Bestattungen mit Beigabe von Goldobjekten, Glas- und Bronzegefäßen sowie die Gesamtzahl der genannten Fundgattungen aus dem Untersuchungsraum zur Analyse heran. Die Kartierung der Gräber und der einzelnen Fundgattungen führte zum Nachweis von neun Ballungsräumen im küstennahen Bereich (Abb. 4). Die Studie ist zu der Schlußfolgerung gelangt, daß diese Gebiete als instabile völkerwanderungszeitliche Häuptlingssitze in einer unruhigen Epoche zu deuten seien.

B. Myhres Analyse ist für Vest-Agder im südlichen Norwegen einer gründlichen Kritik unterzogen worden (Stylegar 2001). Unter Heranziehung weiterer Quellengattungen wie zum Beispiel Großgrabhügeln (Mindestdurchmesser: 20 m) ist die Untersuchung zu dem Schluß gekommen, daß neben Zentren erster Klasse ( = Ballungsräumen von besonderen Funden und Monumenten) auch Zentren zweiter Klasse ( = kleinere derartige Konzentrationen) bestanden hätten und daß mit Machtverschiebungen bzw. wechselnden Oberherrschaften zu rechnen sei.

Trotz der angeführten Kritikpunkte ist die genannte Studie B. Myhres im Kern unbestritten, das heißt, auch weiterhin ist von zahlreichen Häuptlingssitzen der Völkerwanderungszeit im südwestlichen Norwegen auszugehen. Die bereits mehrfach gestellte Frage ist jedoch noch immer unbeantwortet: Wie sah die politische Organisation der Kaiserzeit im südwestlichen Norwegen aus?

Ringförmige Anlagen (norw. tunanlegg; kretstun), die vor allem im nördlichen und südwestlichen Norwegen nachgewiesen sind (elf bzw. neun Anlagen), stellen eine besondere norwegische Monumentgattung dar (Abb. 5). Geländedenkmäler dieses Typs wurden bereits im späten 19. Jahrhundert beschrieben und partiell ausgegraben, doch erst die intensiven Untersuchungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts erbrachten Klarheit über das äußere Erscheinungsbild, die innere Struktur und die Datierung (im folgenden Møllerop 1971, S. 152-165; Johansen/Søbstad 1978, S. 13-46; Storli 2000, S. 84-88).

Eine Gruppe radial angeordneter Häuser, oft mehrphasig, umgab einen runden oder ovalen Platz (Abb. 6; 7). Die Anlagen aus höchstens 17 Häusern mit einer maximalen Innenabmessung von 10 x 4 m erreichten in einzelnen Fällen einen Außendurchmesser von beträchtlichen 80 x 55 m. Die Schmalseiten der Häuser waren in der Regel zum Zentrum hin offen, und die Häuser selbst, zum Teil mit mächtigen Kulturschichten, hatten ein bis zwei große Feuerstellen in ihrer Mittelachse. Die Funde in den Häusern bezeugen allein die Anwesenheit von Männern. Außerhalb der Anlagen sind viele „Kochgruben“, im Zentrum ist dagegen zuweilen ein Hügel (ohne Bestattung) zu beobachten. Wie Funde und Radiokarbon-Datierungen aus den zahlreichen untersuchten Anlagen zeigen, bestanden die Monumente in Nordnorwegen vom 2./3.-9./10. Jahrhundert, diejenigen im Südwesten dagegen vom 2. bis zum späten 4. Jahrhundert.

Ab den 1950er Jahren wurde von einzelnen Archäologen die Auffassung vertreten, daß diese Monumente als Unterkünfte der Gefolgschaft am Häuptlingssitz gedient hätten. Diese Argumentation stützte sich unter anderem auf das herausragende archäologische Umfeld der Geländedenkmäler, den ausschließlichen Nachweis von Männern im Fundspektrum der Ausgrabungen sowie auf die Tatsache, daß einige Orte in jüngerer Zeit als Tingplätze bzw. Häuptlingssitze überliefert sind (Lund 1965, S. 288-314; Rønneseth 1966, S. 16-24). Die intensiven nordnorwegischen Forschungen ab den 1970er Jahren konnten überzeugend belegen, daß sich diese Monumente an den archäologisch herausragenden Ballungszentren ihrer Epoche befanden, doch neben der Nutzung als Militärbarracken sind noch weitere Funktionen erwogen worden, etwa im Zusammenhang mit Zeremonien/Festlichkeiten an den Machtsitzen (Johansen/Søbstad 1978, S. 51-54; Johansen 1988, S. 48-56; Johansen 1990, S. 27-33).

In den letzten Jahren ist zunehmend auch für das südwestliche Norwegen ein Aufgreifen dieser Argumentation zu beobachten (Magnus/Myhre 1986, S. 265, 315, 380; Løken 1992, S. 55; 2001; Stylegar/Grimm im Druck). Eine umfassende Bearbeitung der insgesamt neun Monumente, die sich insbesondere den vier Altgrabungen in Rogaland (Åmøy; Klauhauane; Leksaren; Håvodl) zuzuwenden hätte, steht bisher jedoch aus (Abb. 5).
Die ältesten Anlagen im Südwesten (Dysjane, Klauhauane, Håvodl) wurden den datierbaren Funden zufolge in der Periode B2 eingerichtet (Slomann 1971, S. 13). Im Hinblick auf die feinchronologische Einordnung der übrigen Anlagen scheint eine gewisse Vorsicht angebracht zu sein, denn der Befund von Leksaren, dessen Errichtung bisher anhand der Funde der Periode C2 zugewiesen wurde, ist durch die vorliegenden Radiokarbon-Datierungen wohl bis in die ältere Kaiserzeit zurückzudatieren (Slomann 1971, S. 19; Kallhovd 1994, Abb. 18). Die Anlagen bestanden bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts bzw. bis in die Zeit um 400; in Einzelfällen ist auch von einer sporadischen Weiternutzung auszugehen (Slomann 1971; S. 21f.; Magnus 2001). Eventuell kommt Åmøy mit Fundhorizonten im 4. und 6./7. Jahrhundert eine Sonderstellung zu (Petersen 1952). Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß Åmøy im Gefolge der revidierten Datierung für Leksaren bereits vor dem 4. Jahrhundert eingerichtet wurde und daß die jüngeren Funde lediglich von einer sekundären Nutzung herrühren.

Die ringförmige Anlage im südnorwegischen Spangereid, die kurz als Beispiel genannt werden soll, befand sich an einer schmalen Landenge mit einer rezenten Breite von 500 m und einer Höhe von 2,80 über NN, die das Verbindungsstück zwischen der Halbinsel von Lindesnes und dem Festland darstellt (im folgenden Stylegar/Grimm im Druck). Die Gegend hat wegen der zahlreichen bedeutenden Monumente und Funde den Charakter eines archäologischen Ballungsraums (Abb. 8). Das südlich gelegene Kap von Lindesnes, das heißt das südlichste norwegische Festland, war zu allen Zeiten ein gefährliches Schiffahrtshindernis an einer häufig befahrenen Route. Die topographische Schlüssellage kann wie folgt charakterisiert werden: Wer in Spangereid saß, der konnte den norwegischen Schiffsverkehr an einer besonders sensiblen Stelle kontrollieren.

Wegen der Beobachtungen aus Rogaland ist wahrscheinlich auch für die ringförmige Anlage aus Spangereid, die aus mindestens zehn Häusern bestand, von einer kaiserzeitlichen Stellung auszugehen. Die Anlage kann mit weiteren bemerkenswerten Monumenten verbunden werden. 15 Statusgräber der Spätkaiser- und Völkerwanderungszeit sind anhand der Beigabe von Gold- und Silberobjekten bzw. Glas- und Bronzegefäßen sowie des Hügeldurchmesser von wenigstens 20 m zu ermitteln. Der Hallenbau mit einer Mindestlänge von 35 m könnte anhand skandinavischer Parallelen bis in das 4. Jahrhundert nach Christus zurückreichen, und gestützt auf Vermutungen für die vielen norwegischen Vergleichsbefunde ist auch für die drei Höhenbefestigungen in Spangereid eine Nutzung in der Spätkaiser- bzw. Völkerwanderungszeit zu erwägen.

Die maritimen Geländedenkmäler in Spangereid, das heißt ein Hafenareal, ein Kanal und Großbootshäuser, können anhand ihrer rezenten Höhe über NN im Verhältnis zur Landhebung der letzten 2000 Jahre wahrscheinlich der Spätkaiser- und Völkerwanderungszeit zugewiesen werden. Das nach Norden hin gelegene, im Befund etwas fragliche Hafenareal ist unter anderem durch eine küstennahe Kulturschicht und Grubenhäuser gekennzeichnet. Die sieben Großbootshäuser mit einer internen Länge von 15-27 m wurden zur schützenden Unterstellung von Schiffen des Nydam-Typs mit militärischen Einsatzmöglichkeiten genutzt (Grimm 2001). Der Kanal mit einer Länge von 250 m und einer lichten oberen Weite von 7 m - einer der wenigen altertümlichen Befunde aus Skandinavien - diente dazu, Fahrzeuge in den nördlich gelegenen Grøns- bzw. Lenesfjord umzusetzen, statt die gefährliche Route um Lindesnes herum zu wählen.

Die Beobachtungen in Spangereid sind bei aller Vorsicht als Beleg für einen Zentralplatz in einer topographischen Schlüssellage aufzufassen, der anhand der Mehrzahl der Monumente und Funde der Spätkaiser- und Völkerwanderungszeit angehört, der eventuell jedoch bereits in einem früheren Abschnitt der Kaiserzeit eingerichtet wurde. Die militärische Komponente des Orts zeigt sich anhand der Großbootshäuser, die sich mehrheitlich am Fuße einer Höhenbefestigng befinden, sowie der ringförmigen Anlage, das heißt einem Versammlungsplatz für Gefolgschaften.

Auch weitere ringförmige Anlagen in Südwestnorwegen weisen ein prominentes archäologisches Umfeld auf, zum Beispiel das Monument auf Åmøy, das mit mehreren Großbootshäusern und einer Höhenbefestigung zu verbinden ist, oder der Befund aus Dysjane mit reichen nahegelegenen Grabfunden (Rønneseth 1986; Grimm 2002, S. 111f.; Stylegar/Grimm im Druck). Die für Nordnorwegen genannte Feststellung, daß sich die Anlagen grundsätzlich bei zeitgenössischen Machtzentren befanden, kann allem Anschein nach für den südwestlichen Landesteil bestätigt werden.

Die südwestnorwegischen Geländedenkmäler zeigen ein identisches Muster: Sie lagen in natürlich begrenzten Gebieten, ihnen fehlte eine Umwehrung, und sie glichen sich in konstruktiver Hinsicht (Rønneseth 1966, S. 23; Løken 2001, S. 11). Diese Beobachtungen, welche die gemeinsame Genese und das gleichartige Funktionsspektrum der Anlagen belegen, könnten auf ein herrschaftliches Raumordnungsprinzip mit übergeordneter Steuerung und militärischem Hintergrund hindeuten, das bereits in der älteren römischen Kaiserzeit einzusetzen scheint.

Ob die registrierten Befunde tatsächlich die Gesamtzahl der früheren Anlagen widerspiegeln, ist mehrfach diskutiert worden (Abb. 5; Tab. 4). Die Auffassung, es habe noch weitere Monumente gegeben, wird zum Beispiel durch den Nachweis obertägig nicht erkennbarer Befunde nahegelegt (Myhre 1975). Gestützt auf die Topographie - die Lage in natürlich begrenzten Territorien - sowie auf das bedeutende archäologische Umfeld der Fundorte könnten sechs weitere ringförmige Anlagen für das südwestliche Norwegen postuliert werden (Tab. 4; Abb. 5). Das betrifft Avaldsnes auf Karmøy (s.u.) und die Hafrsfjord-Umgebung im nördlichen Jæren nahe Stavanger: Das herausragende archäologische Milieu dieser Gebiete ist anhand der Gruppen von Großgrabhügeln, Prunkgräbern und Großbootshäusern zu rekonstruieren (Lund 1965, S. 300-302; Grimm 2002, S. 114). Ein prominentes archäologisches Umfeld, das sich unter anderem durch Grabmonumente zu erkennen gibt, ist auch in Hove und Lunde bekannt; bei den Anlagen in Kvassheim und Egersund spielen dagegen die Lagemerkmale eine wichtige Rolle (Hove: Myhre 1997; Lunde: Lund Hansen 1987, Gräber LH 217-220; Egersund: Lund 1965, S. 300-302; Kvassheim: Solberg 2000, S. 160).

Die ringförmigen Anlagen sind mehrfach zur Berechnung von Gefolgschaftsgrößen herangezogen worden. Der jüngste Vorschlag, der sich auf die gründlichen siedlungsarchäologischen Untersuchungen in Rogaland stützt und von einem im Vergleich zu den Siedlungen verminderten Raumbedarf pro Person ausgeht, hat 9 m² pro Bewohner in den Häusern der ringförmigen Anlagen veranschlagt (Løken 2001, S. 11-13). Folgen wir diesem Rechenansatz, dann bestanden die Gefolgschaften in den sechs bekannten Großanlagen aus insgesamt etwa 350 Mann (Tab. 4). Gehen wir einen Schritt weiter und ziehen auch die vermuteten Großbefunde hinzu, die nach ihrem archäologischen Gesamtumfeld hierarchisch nochmals zu unterteilen sind, so folgt daraus eine hypothetische Zahl von 700 Mann, die zwölf südwestnorwegischen Einzelgefolgschaften angehörten (Tab. 4).


EIN SÜDWESTNORWEGISCHES KÖNIGTUM DER KAISERZEIT?
Wie die Analyse des dänischen Mooropfers von Illerup Platz A zeigt, bestanden bereits vor 200 n.Chr. gefolgschaftliche Strukturen im südwestlichen Norwegen. Diese Strukturen sind in nur geringem Maße aus den zeitgenössischen norwegischen Gräbern abzuleiten, stattdessen verkörpern die ringförmigen Anlagen das Schlüsselmaterial zur Diskussion dieser Fragestellung. Durch die Einheitlichkeit der Lage, Konstruktion und Datierung belegen sie eine gemeinsame Planung bzw. übergeordnete Steuerung, und wie durch das Beispiel aus Spangereid illustriert wurde, können sie mit guten Gründen als Versammlungsplätze von Gefolgschaften bei Häuptlingssitzen gedeutet werden. Die Einrichtung der Anlagen in Periode B2 zeigt eine gewisse zeitliche Übereinstimmung mit dem ersten deutlich wahrnehmbaren Auftreten von römischen Fremdgütern im südwestlichen Norwegen (Tab. 1; 2). Die Zahl der Fremdgüter erreichte jedoch erst in Periode C3 einen kaiserzeitlichen Höchststand, das heißt zu einem Zeitraum, als sich die Organisation der ringförmigen Anlagen bereits in einem Zustand der Auflösung befand und die von B. Myhre anhand reich ausgestatteter Gräber rekonstruierten Zentren aufkamen.

Die Frage, wer an der Spitze der Organisation der ringförmigen Anlagen stand, läßt sich vielleicht anhand eines exzeptionellen Grabfunds beantworten, der in Avaldsnes auf Karmøy zutagekam (Abb. 4; 5). Flagghaugen, das reichste skandinavische Waffengrab der Kaiserzeit, wurde bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts freigelegt und gehört zu einer Gruppe spektakulärer Grabfunde aus unterschiedlichen archäologischen Epochen (Bronze-, Kaiser-, Merowinger-, Wikingerzeit), die aus Avaldsnes bekannt sind (Ringstad 1986, S. 54-58, 274-282; Opedal 1998, S. 40-75). Dieses Waffengrab der Periode C1b/C2, das einem Großgrabhügel mit einem Durchmesser von fast 50 m entstammt, enthielt beispielsweise einen goldenen Halsring (Gewicht: etwa 600 g) sowie einen Schild mit silbernen Beschlägen (Slomann 1964; 1968; Carnap-Bornheim/Ilkjær 1996, S. 293f.). Der bestattete Mann ist dem höchsten Ausrüstungsniveau in Illerup zuzuweisen, das heißt einem Gefolgschaftsführer bzw. Kleinkönig. Wie ihm trotz der dänisch kontrollierten Warenzufuhr nach Norwegen (siehe oben) die Anhäufung eines derartigen Reichtums gelang, ist eine bisher noch nicht erörterte Frage.

Der in Avaldsnes Beigesetzte, der mit einiger Wahrscheinlichkeit über ein südwestnorwegisches Königtum herrschte, organisierte die Zufuhr ziviler und militärischer Produkte aus dem Ausland, hatte die Verantwortung für die Verteilung der Güter im Südwesten des Landes, leitete die Organisation der ringförmigen Anlagen und befehligte Gefolgschaften bei kriegerischen Einsätzen im In- und Ausland. Wenn er wirklich über 700 Gefolgschaftsmitglieder verfügen konnte, die anhand der ringförmigen Großanlagen veranschlagt werden, so entsprach dies mehr als der Hälfte des Heeres, das um 200 n.Chr. die Schlacht(en) in Jütland verlor und dessen Ausrüstung in Illerup Platz A geopfert wurde.

Von Oliver Grimm & Frans-Arne Stylegar (Manus)

Andersson, K. 1993: Romartida Guldsmide i Norden 1. Katalog. Societas Archaeologica Upsaliensis. Uppsala.
Bemmann, J./Hahne, G. 1994: Waffenführende Grabinventare der jüngeren römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit in Skandinavien. Studie zur zeitlichen Ordnung anhand der norwegischen Funde. Berichte der Römisch-Germanischen Kommission 75, S. 283-640. Mainz.
Carnap-Bornheim, C. von 1997: Zur Bedeutung der militärischen Schiffahrt bei den Barbaren im 3. Jahrhundert n. Chr. Skandinavien, die Nordsee und das Schwarze Meer. In: A. Norgård Jørgensen et al. (Hrsg.), Military Aspects of Scandinavian society in a European perspective, AD 1 - 1300. Seminar København 1996. Publications from the National Museum of Denmark. Studies in Archaeology and History 2, S. 226-238. København.
Carnap-Bornheim, C. von/Ilkjær, J. 1996: Illerup Ådal. Die Prachtausrüstungen. Jysk Arkæologisk Selskabs Skrifter 25, 5.6.7.8. Århus.
Carnap-Bornheim, C. von/Ilkjær, J. 1999: Import af romersk militærudstyr til Norge i yngre romertid. In: I. Fuglestvedt et al. (Hrsg.), Et hus med mange rom. Vennebok til B. Myhre, S. 135-148. Stavanger.
Christensen, A.E. 1989: Begynnelsen fram til middelalderens slutt. In: B. Berggren et al. (Red.), Norsk sjøfart 1, S. 40-109. Oslo.
Christophersen, A. 1991: Ports and trade in Norway during the transition to historical time. In: O. Crumlin-Pedersen (Hrsg.), Aspects of maritime Scandinavia AD 200-1200, S. 159-170. Roskilde.
Fuglestvedt, I./Hernæs, P. 1996: Rituell kommunikasjon i yngre jernalder. In: J.F. Krøger/H.-R. Naley (Red.), Nordsjøen. Handel, religion og politikk. Karmøyseminaret 1994/1995, S. 140-150. Haugesund.
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Slavemarkedet i Kaffa

Sommeren 1473 reiste et usedvanlig følge gjennom det østeuropeiske steppelandet. Italieneren Angelo Squarciafico hadde påtatt seg å frakte elleve kvinnelige slaver på hesteryggen fra den genovesiske havnebyen Kaffa på Krim og hjem til deres eiere i Genova. Genoveserne var i navnet fremdeles herrer i Kaffa, og slavene var byens mest profitable eksportvare. Men den politiske situasjonen i Svartehavet var blitt usikker; de tyrkiske osmanenes nærvær innebar at det var blitt på det nærmeste umulig for genoveserne å ta seg sjøveien gjennom Bosporos og Dardanellene. Bare to år senere ble da også genoveserne kastet ut for godt fra Kaffa og sine øvrige handelskolonier i regionen.
Slavene hadde stor verdi for de to genoveserne som eide dem, og man kan saktens forstå at de ville sikre sin investering. Hva som var Angelos egne beveggrunner for å legge ut på den farlige reisen i 1473, vet vi ikke. Ingen kilder forteller heller om italieneren og hans menneskelige last noen gang kom frem til Genova…

Norsk arkeologis ukjente fedre